
Mehr Spiel, weniger Zeug
moreFAMILY / Thema
Immer mehr Spielzeug gibt den Zweck aber bereits vor – und nimmt damit den Kindern genau diese Kreativität und den Freiraum. Deshalb sticht Sophie Blackall mit ihrem eigenen, unverkennbaren Illustrationsstil in See und erkundet mit AHOI! die Welt der spielzeugfreien Zeit. Die Kinder, so die Theorie, sollen sich mehr mit Gleichaltrigen auseinandersetzen, selbst Langeweile überwinden und dadurch in ihrer Kreativität und Ausdrucksfähigkeit gestärkt werden.
In manchen Kindergärten wird das Konzept der „spielzeugfreien Zeit“ bereits praktiziert. Doch auch zuhause kann dafür Raum geschaff en werden. Der Alltag wird für Kinder ab 4 Jahren zum großen Meeresabenteuer, der Staubsauger plötzlich zum Riesenkraken – und ohne viele Erklärungen hat man gemeinsam den Einstieg schon gemeistert.
Immer mehr Spielzeug nimmt den Kindern die Kreativität!
Sophie Blackall
Ahoi!
Alle an Bord und Leinen los!
übersetzt von Bettina Obrecht
Penguin Junior
48 Seiten, ab 4 Jahren
ISBN 978-3-328-30374-9
€ 16,50

Anleitung zum spielzeugfreien Spielen zuhause
Vorbereitung
• Das Kind mit einer einführenden Geschichte auf das Projekt vorbereiten und auf ein Abenteuer einladen.
• Entscheiden, in welchem Raum das spielzeugfreie Spielen stattfinden soll.
• Gemeinsam mit dem Kind die Spielzeuge Stück für Stück aussortieren und außerhalb des Sichtfeldes lagern.
• Bereitstellen von nicht vor interpretierten Materialien, die der Kreativität dienen.
• Einen Zeitraum festlegen: Es braucht etwas Zeit, bis Kinder aus dieser Beschäftigungsform etwas lernen können.
Freiräume lassen und die Fantasie wecken
• Dem Kind sollte nicht vorgeschrieben werden, womit oder wie es zu spielen hat.
• Ideenspeicher: Gemeinsam überlegen, was wie gespielt werden könnte. Diese Ideen für Phasen der Langeweile als Inspiration sammeln.
• Keine strikten Regeln. Ausnahme: grundlegende Regeln wie „Nicht hauen” und Sicherheitsregeln.
Unterstützung des Kindes
• Langeweile aushalten: Phasen der Langeweile sind normal und müssen auch erlebt werden.
• Eltern können als Spielpartner fungieren und mit dem Kind neue Ideen sammeln oder Spielzeug basteln. Wenn das Kind nicht sofort mitmacht, dann alleine anfangen.
• Aber wichtig: Nicht entscheiden, was das Kind jetzt spielen soll!
• Gespräche zum Reflektieren führen: Welche Spiele haben Spaß gemacht, welche weniger?
• Natur einbeziehen: Draußen gibt es viele Möglichkeiten, Kinder zu beschäftigen und Naturmaterialien zu sammeln, die zum Spielen genutzt werden können.
Abschluss
• Das Kind entscheiden lassen, welche Spielzeuge schrittweise(!) zurückkehren. Nicht mehr genannte Spielmaterialien müssen dann auch erst einmal nicht zurückkommen.
• Gemeinsam reflektieren, ob man so eine Zeit nochmal erleben möchte.
Ziele
• Stärkung der Interaktion zwischen Eltern und Kind bzw. Geschwistern oder anderen Kindern
• Förderung der Kreativität und der Fantasie
• Eigenständiger Umgang mit Langeweile und bewusster Spielzeugkonsum
Material
Nicht erlaubt: Puppen inkl. Kleider, Lego/Playmobil, Spielzeugautos, Musikinstrumente, Elektronik wie iPads und Konsolen, Steck- und Magnetspiele, Kinderküche, Bauklötze etc.
Stattdessen: Alltagsmaterial wie Decken/Kissen, Tücher, Wäscheklammern, Tupperware, Murmeln, Knöpfe, Wolle, Besen, Kisten/Kartons, Tische/Stühle (Achtung, Sicherheit!), Matten/Matratzen usw. Natur material wie Stöcke/Äste, Steine, Baumrinde, Kastanien und Nüsse etc.